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Nim Sofyan

ein Begriff mit vielen Bedeutungen: In der Musik Anatoliens etwa bezeichnet er den 2/4-Takt, in der mitteleuropäischen World-Music ist er der Name einer exzeptionellen Band, wie sie nur im multikulturellen Klima der nördlichsten Balkanmetropole Wien entstehen konnte. Lyrische Eleganz und unerbittlichen Drive bringt das junge Quintett auf einen Nenner - und trifft damit genau den Nerv der Zeit. Mitreißende Musik des Balkans und Vorderen Orients, garniert mit den interessantesten Ideen auch mediterraner und westeuropäischer World-Music plus ein paar wohl dosierte Spritzer Funk und Jazz. Die erste rotbraune Welle balkanischen Blechgebläses ist über Mitteleuropa hinweggeschwappt, schon kündigt sich eine neue, allerdings leuchtend smaragdgrüne Flut von Südost an - und Nim Sofyan surfen auf deren Wellenkamm. Stabiles Zentrum der Band ist Gitarrist und Leadsänger Alp Bora aus Ankara mit seiner verführerisch purpurnen Oriental-Soul-Stimme, die Lieder von Armenien bis Mazedonien in die Seelen der Zuhörer zu tätowieren weiß. Der portugiesische Querflöten-Wizard Pedro Duarte und der Waldviertler Geigenlyriker Paul Dangl bringen Erfahrungen aus dem irokeltischen Rhythm and Reel ein, Bassist Roland Mach soliden Ethno-Fusion und der Halbfinne und World-Veteran Daniel Klemmer vielfältige Percussion (von Spoons über Cajon bis Darbuka). Wie reif die Zeit für die aparte melodiöse und dennoch feurige Musik von Nim Sofyan ist, beweist der überwältigende Erfolg des Quintetts bei Kritikern und Publikum. Dezember 2004 sprach eine Jury aus namhaften Fachjournalisten und Veranstaltern im renommierten Porgy & Bess Nim Sofyan den World Music Award zu, unabhängig davon beehrte sie die anwesende Zuhörerschaft auch mit dem Publikumspreis! Seitdem sind sie ein viel gesuchter, viel gebuchter Live-Act und werden nicht müde, mit ihren eindringlichen Darbietungen die künstlichen Grenzen zwischen Orient und Okzident vergessen zu lassen.
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Richard Schubert, Foto: NimSofyan.com